Aus der pädagogischen Arbeit des Dokumentationszentrums

Leitfaden des DZOK zu pädagogisch und historisch-politischer Bildungsarbeit

„Jugendarbeit und Demokratie-Erziehung an KZ-Gedenkstätten in Baden-Württemberg“ lautet der Titel des 40-seitigen Hefts, das als Handreichung für bürgerschaftlich getragene Erinnerungsorte im Dezember 2010 erschien. Die reich bebilderte Publikation, verfasst von Annette Lein und Nicola Wenge, gibt Einblick in die vielfältigen Tätigkeitsfelder des Dokumentationszentrums und richtet sich als Dialogpapier an andere Gedenkstätten und interessierte Partner. Es enthält Ideen und Reflexionen zu den Bereichen „Ehrenamt“, „Jugendarbeit und Demokratieerziehung“ und „Kooperationen und Netzwerkbildung“. Die Broschüre ist das Ergebnis eines zweijährigen Projekts, das vom Bund (Bundesbeauftragter für Kultur und Medien) und vom Land Baden-Württemberg finanziert wurde. Der Leitfaden ist unentgeltlich über die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und das Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg zu beziehen und kann hier als pdf heruntergeladen werden

Download

nach oben

Impressionen aus dem pädagogischen Alltag

Von Annette Lein

Eine unmittelbare Folge des Lehrerseminars im März (siehe unten) für unsere pädagogische Arbeit war die weiter vermehrte Nachfrage nach über die Führung hinausgehenden Angeboten.
Einen Idealfall in Sachen Projektarbeit stellt das jetzt im Juni zum vierten Mal stattfindende Wochenprojekt der UImer EIIy-Heuss-Realschule dar. In einer intensiven Vorbereitungsphase wird zwischen Pädagogen der Gedenkstätte sowie Lehrern der Schule ein individueller Ablauf erarbeitet. In der Woche gemeinsamen Arbeitens, Redens, Denkens entstehen zum Teil außergewöhnliche Produkte, die die Schüler selbständig herstellen.
Dies belegte eine vor wenigen Tagen beendete, gut besuchte Foto-Text-Ausstellung im Haus der Begegnung, die Ergebnisse einer Gruppe des Wochenseminars vom Juni 98 zeigte. Einige Schülerarbeiten wurden im Rahmen eines Wettbewerbs des Landtags prämiert.

Ein Vorbereitungskreis für den Ausbau der Gedenkstätte (vgl. S.4), bei dem sich am 10. Mai viele pädagogisch tätige DZOK-Mitarbeiter trafen und austauschten, hielt einige pädagogische Leitlinien für den Ausbau fest:

- eine Synthese von festen und mobilen, veränderbaren Ausstellungsteilen;
- die Ausweitung des Rundgangs unter Einbeziehung der Schumacher/Haag-Bunker;
- die Auslagerung kognitiver Lern-Elemente (CD-Rom, Fallalben, Bibliothek u.a.) aus der Gedenkstätte an einen nahegelegenen anderen Ort;
- das Ausstellungskonzept muß sich neben den Gruppen auch an den Einzelbesuchern orientieren;
- die Aufrechterhaltung aller ,,authentischen" Zeugnisse und der Aura von Gebäude und Gelände; eine größtmögliche Kargheit von ,,Inszenierungen".

 

Politische Verfolgung und Widerstand am Beispiel Kuhberg

Erfolgreiches Lehrerseminar. Wiederholung im Oktober

"Vermittelt die Gedenkstätte den Schülern einen erlebbaren, sinnlichen Eindruck von der Aufhebung der Menschenrechte - damals und heute ?" -Diese Erwartung formulierte ein Teilnehmer zu Beginn des "Seminars für Lehrende" aus Baden-Württemberg, das am 15./16. März in der Ulmer Gedenkstätte mit dem Titel ,,Politische Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus" stattgefunden hat. Veranstalter waren die baden-württembergische Landeszentrale für politische Bildung und die Landesgruppe von ,,Gegen Vergessen - für Demokratie". Dieses ursprünglich von dem Mengener Lehrer Dr. Christoph Rieber konzipierte Seminar fand seit 1992 nun zum vierten Mal statt - und zum ersten Mal ohne Zeitzeugen, nachdem Hans Gasparitsch wegen einer plötzlichen Erkrankung absagen musste.

Die Teilnehmer - 28 Lehrer aller Schularten und Altersstufen - waren mit großer Intensität auf der Suche nach neuen, Vergangenheit und Gegenwart verbindenden Zugängen des emotionalen Lernens und Begreifens - für sich selbst und für ihre Schüler. Und dafür war die eingangs zitierte Erwartung durchaus typisch. Die Bilanz am Ende des Seminars: weitgehend positiv.

zurück zur Übersicht